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Dokumentation

Übergangsrisiken im Erwerbs- und Lebensverlauf von Frauen. Anforderungen an eine am Bedarf orientierte Beratung in Berlin.

Nachfolgend dokumentieren wir Anlass, Ziel und Veranstalterinnen der Fachtagung und zeigen in den Einführungstexten, welche Vorüberlegungen zur Referentinnen- und Themenauswahl geführt haben. Wir stellen die Referentinnen vor und ihre Vorträge zum Download bereit und haben aus den Diskussionen im Anschluss an die Fachvorträge die jeweils wichtigsten Aspekte zusammengefasst. Eine Auswahl von Fotos vermittelt einen Eindruck von der Atmosphäre bei den Vorträgen und in der Diskussion.

Warum eine Fachtagung ? Vorbereitungspapier zur Planung der Fachtagung

Flyer der Fachtagung

Ziel der Fachtagung

Politischer Kontext

Die Veranstalterinnen:

Tagungsorganisation: KOBRA

Mitwirkende: Berliner Frauenbildungsberatungsstellen des FIONA-Verbundes:

Reden und Fachvorträge

Begrüßung, Anlass und Zielsetzung der Fachtagung
Helga Hentschel, Leiterin Abteilung Frauen- und Gleichstellungspolitik, SenAIF

Rede zum Download

Ist Beratung für Frauen zu Beruf, Bildung und Erwerbsarbeit heute noch zeitgemäß?

Dr. Gisela Pravda, Mitglied des Vorstands des Berliner Frauenbunds

Rede zum Download

Helga Hentschel und Dr. Gisela Pravda bei ihren Vorträgen und in der Diskussion mit Moderatorin Dr. Hildegard Schicke

Übergangsrisiken entlang des Erwerbs- und Lebensverlaufs von Frauen und ihre Folgen. Aktive Lebenslaufpolitik – Gestaltungsprinzipien und Schlussfolgerungen für die Beratung zu  Beruf, Bildung und Beschäftigung

Prof. Dr. Ute Klammer, Professorin für Politische Wissenschaften, insbesondere Sozialpolitik, sowie Prorektorin für Diversity Management an der Universität Duisburg-Essen

Einführung: Wie kann der Bedarf Erwachsener an einer öffentlich verantworteten Beratung zu Beruf, Bildung und Beschäftigung festgestellt und begründet werden? Gibt es dazu ein analytisches Rahmenkonzept? Aus Sicht der Veranstalterinnen ist der sozialpolitische Ansatz der Lebenslaufpolitik dazu geeignet. Zielsetzung dieses Ansatzes ist es, Politikfelder unter der Lebensverlaufsperspektive zu gestalten ...weiter

Präsentation von Prof. Dr. Klammer zum Download

Zusammenfassung der Diskussion mit Prof. Klammer

Prof. Klammer bei ihrer Rede und in der Diskussion mit den Teilnehmerinnen

Chancen und Risiken am Übergang in die Solo-Selbständigkeit

Einführung: Die Chancen der Gründung einer Solo-Selbständigkeit werden in letzter Zeit zunehmend hinterfragt, da Selbständige häufig prekär arbeiten. Andererseits können Frauen und Männer mit Hilfe der Solo-Selbständigkeit unproduktive Phasen der Erwerbslosigkeit beenden. Solo-Selbständige fragen sowohl Gründungsberatung als auch berufliche Laufbahnberatung nach.

Aus Sicht der Veranstalterinnen ist es notwendig, das Wagnis des Übergangs in die Solo-Selbständigkeit näher zu beleuchten. Überwiegen in der Lebensverlaufsperspektive Karrierechancen oder die Risiken prekärer Beschäftigung?

In ihrem Vortrag wird Claudia Gather zahlreiche Forschungsbefunde präsentieren und differenziert darstellen, wie heterogen die Beschäftigungsform der Selbständigkeit bzw. Solo-Selbständigkeit in Bezug auf Einkommen, Lebensverlaufsperspektive, Alterssischerung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist.

Prof. Dr. Claudia Gather, Direktorin des Harriet Taylor Mill-Instituts der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Präsentation von Prof. Dr. Gather zum Download

Zusammenfassung der Diskussion mit Prof. Gather

Prof. Gather bei ihrem Vortrag und in der Diskussion mit Tagungsteilnehmerinnen

Zweite Chance im Bildungsverlauf: Bildungsbenachteiligung in der Lebensverlaufsperspektive - Neujustierung von Berufschancen für Frauen im mittleren Erwerbsalter

Angelika Puhlmann, Bundesinstitut für Berufsbildung

Einführung: In der Lebensverlaufsperspektive stellen geringe Bildungsressourcen kein persönliches Qualifikationsdefizit  sogenannter Problemgruppen am Arbeitsmarkt dar, sondern werden als eine übergreifende sozial- und bildungspolitische Anforderung aufgefasst, Ressourcen für eine „zweite Chance“ im mittleren Erwachsenenalter bereitzustellen. Zielsetzung aktiver Lebenslaufpolitik ist es, die nicht beabsichtigten Folgen vorausgegangener Entscheidungen – beispielsweise des frühen Bildungsabbruchs, der Ausbildung in einem Beruf mit defizitären Verwertungschancen oder die Erwerbsunterbrechung bei der Familiengründung – abzuwenden. Aus Sicht der Veranstalterinnen ist eine kritische Einschätzung des Bedarfs und der vorhandenen Möglichkeiten für eine Neujustierung von Berufschancen im mittleren Erwachsenenalter hoch relevant. Beratung zu Beruf, Bildung und Erwerbsarbeit kann den institutionellen Auftrag, mit Ratsuchenden zusammen nachholende Bildungswege zu entwickeln, nur dann nachkommen, wenn verlässliche Bildungsstrukturen samt einer öffentlich verantworteten Finanzierung gesichert sind.

Rede von Frau Puhlmann zum Download

Präsentation von Frau Puhlmann zum Download

Zusammenfassung der Diskussion mit Frau Puhlmann

Frau Puhlmann bei ihrer Rede, Tagungsteilnehmerinnen in der Diskussion

Risikolage Kreativarbeit in Kultur und Medien Chancengleichheit und Work-LiFE-Balance in Berufen für Geisteswissenschaftlerinnen
Schlussfolgerungen für die Beratung zu nachhaltigen Erwerbskarrieren

Prof. Dr. Cornelia Koppetsch, Technische Universität Darmstadt – Institut für Soziologie

Einführung: Berufe sind kollektive Strukturen, die Karrieremuster und Erwerbsrisiken prägen. In ihrem Vortrag wird Cornelia Koppetsch die Frage nach den durch den jeweiligen Beruf vorstrukturierten Karrierechancen bzw. Erwerbsrisiken als Analyseperspektive aufgreifen. Sie richtet den Blick auf die Kreativarbeit bzw. die Kreativwirtschaft, denn dieser Bereich ist vom Wandel der Erwerbsgesellschaft besonders betroffen. Die Kreativwirtschaft ist in Berlin eine Wachstumsbranche und eine Marke bei der Entwicklung des Stadtprofils ...weiter

Präsentation von Prof. Dr.  Koppetsch zum Download

Zusammenfassung der Diskussion mit Prof. Koppetsch

Prof. Koppetsch bei ihrer Rede und in der Diskussion mit Tagungsteilnehmerinnen

Ausgepowert – stigmatisiert – ausgeschlossen – Krankheit als Erwerbsrisiko 

Prof. Dr. Gisela Mohr, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig

Einführung: Klassische Sozialpolitik hat die Risiken von Arbeitslosigkeit und Krankheit abgesichert und in die Zuständigkeit unterschiedlicher Sicherungssysteme und Fachressorts überantwortet. Zeitgemäße Sozialpolitik betrachtet den Zusammenhang von Gesundheitsbiografie und Erwerbsbiografie in der Lebensverlaufsperspektive. Sie ist präventiv und übergreifend ausgerichtet, denn Gesundheit ist „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen, und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“ (Verfassung der Weltgesundheitsorganisation). Auch die Beratung zu Beruf, Bildung und Erwerbsarbeit ist hier gefragt, denn beschäftigte, erwerbslose bzw. arbeitslose Ratsuchende haben häufig Anliegen, die durch die Beeinträchtigung ihrer Gesundheit motiviert sind. Aus Sicht der Veranstalterinnen ist es deshalb wichtig, die interaktive Wertschöpfung in der Beratung gesondert zu betrachten. Beratung ist wertschöpfend, wenn Ratsuchende Mut gewinnen, sich für ihre Anliegen einzusetzen und zu handeln (Empowerment).

Gisela Mohr wird in ihrem Vortrag die wichtigsten Gesundheitsgefahren in Arbeit und Arbeitslosigkeit mit besonderem Bezug zur Selbstwirksamkeit darstellen, denn aus arbeitspsychologischer Sicht beruht Empowerment auf dem Aufbau von Selbstwirksamkeit. Gefahren für die Selbstwirksamkeit in Arbeit und Arbeitslosigkeit sind Gesundheitsrisiken und im Umkehrschluss beruht präventive Gesundheitsförderung darauf, die Selbstwirksamkeit in Arbeit und Arbeitslosigkeit zu steigern. Prof. Mohr empfiehlt, erwerbslose Ratsuchende in „passende“ und in „gute“ Arbeit zu vermitteln, denn „nicht jede Arbeit ist besser als gar keine Arbeit“.

Präsentation von Prof. Dr. Mohr zum Download

Zusammenfassung der Diskussion mit Prof. Mohr

Prof. Mohr bei ihrer Rede und in der Diskussion mit Tagungsteilnehmerinnen

Gute Arbeit – Gute Erwerbsbiografien. Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Umsetzung des Konzepts BerlinArbeit. Welche Bedeutung hat die aktive Lebenslaufpolitik für Frauen im Konzept BerlinArbeit?

Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen (SPD)

Senatorin Dilek Kolat bei ihrer Rede und in der Diskussion mit Tagungsteilnehmerinnen

Ergebnissicherung - Erarbeitung von Empfehlungen

Nach der Fachtagung erarbeitet eine Expertinnengruppe Empfehlungen zur zukünftigen politischen Gestaltung der Infrastruktur im Bereich lebensbegleitender Beratung für Frauen zu Beruf, Bildung und Arbeit in Berlin. Nach Fertigstellung werden wir diese Empfehlungen hier ebenfalls veröffentlichen.

Sketchnotes von der Tagung

notiert von Cornelia Eybisch-Klimpel, Beratungsstelle Frau & Beruf, Berlin

Ausgewählte Stimmen und Berichte zur Fachtagung

"Denkstarre in Deutschland" bloggt Nina Gerstenberg auf ressourcia

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[...] das war eine sehr gelungene Tagung mit einem sehr interessiertem Publikum [...]

Prof. Gisela Mohr

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"Liebe Kobra-Frauen, herzlichen Glückwunsch zum 25-Jährigen und ein dickes Kompliment für die gelungene Fachtagung mit den für uns so spannenden Vorträgen!"

Maria Rossilhol (Frauenzukunfte.V.)

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"[...] Es war wirklich eine gelungene und wichtige, (mich) bewegende Veranstaltung am Donnerstag. Vielen Dank noch einmal dafür [...]"

Christine Rabe

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"[...] Ich war gerne auf Ihrer Konferenz, die Organisation war super, und ich fand die Beiträge der Kolleginnen sehr gut und auch anregend [...]"

Prof. Dr. Claudia Gather

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"[...] ich Danke Euch allen noch mal für diese überaus gelungene Fachtagung und die wunderbare 25. Jahrfeier [...]"

Roswitha Jungkunz

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"[...] Ich fand die Tagung inhaltlich sehr spannend und hervorragend organisiert. Ungewöhnlich aber sehr nützlich war der Tagungsordner mit allen Informationen über die Veranstalter/innen, Referent/innen Zielsetzung etc. [...]"

Gudrun Laufer

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"[...] Habt ihr prima gemacht! [...]"

Conny Eybisch-Klimpel

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Empfang aus Anlass des 25-jährigen KOBRA-Geburtstags

Ausgewählte Impressionen vom Empfang

Partnerinnen

Überparteiliche Fraueninitiative Berlin -
Stadt der Frauen

Berliner Institut für Sozialforschung

Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt